15-jähriger Entdecker: Wie Koffi Agbodji in zwei Jahren 188 Bücher gelesen hat

15-jähriger Entdecker: Wie Koffi Agbodji in zwei Jahren 188 Bücher gelesen hat

In Lomé hat Koffi mit 15 in zwei Jahren 188 Bücher erkundet. Auslöser, Methode, Lesetagebuch und Learnings, die andere Jugendliche inspirieren.

Betfrika Team
5 Min. gelesen

In Lomé hat Koffi mit 15 in zwei Jahren 188 Bücher erkundet. Auslöser, Methode, Lesetagebuch und Learnings, die andere Jugendliche inspirieren.

In Lomé hat Koffi mit 15 Jahren in zwei Jahren 188 Bücher gelesen. Methode, Auslöser, Lesetagebuch und Learnings, die andere Teens inspirieren.

Es gibt Geschichten, die den Glauben an die Zukunft zurückbringen. Schlichte, fast leise Geschichten, die ein Leben verändern können. Die von Koffi Agbodji gehört dazu. Mit nur 15 Jahren hat dieser Schüler aus Lomé in zwei Jahren 188 Bücher gelesen – nicht um einen Rekord zu brechen, sondern um die Welt zu verstehen, seinen Blick zu erweitern und seinen Wissensdurst zu stillen.

Sein Weg erinnert an etwas Grundlegendes: Lesen ist kein Luxus. Es ist ein Werkzeug. Ein Hebel. Eine Tür zu anderen Möglichkeiten. Und wenn diese Tür früh aufgeht, kann sie einen Lebensweg verändern.

Alles beginnt fast zufällig. Mit 12 entdeckt Koffi Bücher auf unerwartete Weise. Sein Onkel, Besitzer eines Straßenbuchladens in Lomé, wird unbewusst sein bester Freund. Zwischen den Stapeln, die in der Sonne liegen, findet Koffi einen privilegierten Zugang zum Wissen. Zuerst angezogen von den Buchcovern, taucht er bald in die Geschichten ein – entdeckt alte Abenteuerromane über Reisen, Angst und Mut. Er versteht, dass Bücher nicht nur von fernen Welten sprechen, sondern auch von ihm, seiner Umgebung, seinem Kontinent und seinen Träumen.

Diese Nähe zu den Büchern seines Onkels wird zu seinem größten Schatz. Während andere Kinder lange sparen müssen, um ein einziges Buch zu kaufen, hat Koffi Zugang zu einer ständig wandernden Bibliothek.

Von diesem Tag an liest er ohne Pause. Romane, Biografien, historische Berichte, Naturwissenschaften, Geografie. Er liest in der Schule, zu Hause, im Licht einer Solarlampe, manchmal sogar im Gehen. Bücher werden zu seinem liebsten Entdeckungsfeld.

Mit 13 stellt ihm sein Onkel eine beiläufige, aber ehrgeizige Aufgabe: 250 Bücher in einem Jahr lesen. Ein Ziel, das unmöglich scheint, aber einen Funken in Koffis Augen entzündet. Er erreicht die schwindelerregende Zahl nicht, doch in zwei Jahren kommt er auf 188 Bücher. Lesen wird zur Methode, Disziplin, strukturierten Abenteuer. Während dieser zwei Jahre entwickelt er kritisches Denken, Selbstständigkeit und Neugier. Nach und nach verändert sich etwas. Sein Wortschatz wächst. Seine Art, Fragen zu stellen, entwickelt sich. Er begnügt sich nicht mehr mit Lernen – er will verstehen.

Koffis Geschichte ist inspirierend, zeigt aber auch eine härtere Realität. Er hatte das außergewöhnliche Glück, einen Onkel zu haben, der ihn nicht nur herausforderte, sondern ihm auch freien Zugang zu Büchern gab. Koffi behandelte jedes Buch vorsichtig, gab es makellos zurück, um neue ausleihen zu können. Dieses Vertrauensverhältnis und der privilegierte Zugang ermöglichten ihm, fast 200 Bücher zu verschlingen, ohne einen Franc auszugeben.

Doch wie viele andere junge Togolesen, genauso neugierig und motiviert wie Koffi, haben dieses Glück? Wie viele haben einen buchhändlerischen Onkel, der sie herausfordert und ihnen das Tor zum Wissen öffnet? Wie viele bleiben außen vor, weil sie keine Bücher kaufen können oder keine Bibliothek erreichen? Das Potenzial ist da – die jungen Menschen sind bereit, neugierig und motiviert. Was oft fehlt, sind nicht Fähigkeiten, sondern Ressourcen.

Wie ein einfacher Beitrag der Diaspora das Leben eines Kindes verändern kann, zeigt unser Artikel über ein gespendetes Buch, das einen Weg eröffnet hat.

Genau deshalb gibt es das Projekt Book Education. Damit Koffis außergewöhnliche Geschichte zur Normalität wird. Damit jedes Kind – ob mit visionärem, großzügigem Onkel oder ohne – Zugang zu Büchern hat und Neugier in Wissen, Träume in Projekte verwandeln kann.

Die Geschichte von Koffi Agbodji ist nicht außergewöhnlich, weil er anders wäre. Sie ist es, weil sie zeigt, was möglich wird, wenn ein Buch zur richtigen Zeit auf den richtigen Leser trifft und ein Erwachsener an das Potenzial eines Kindes glaubt.

Ein weiteres inspirierendes Beispiel für ein Kind, das durch Lesen verwandelt wurde, finden Sie in Nikoués Geschichte und der darin liegenden Lektion über Bücher.

Auch Sie können für tausende Kinder zu Koffis Onkel werden. Schulbücher, Romane, Essays, gebrauchte Bücher: Jedes kann noch dienen. Spenden Sie heute und helfen Sie, jedem Kind die Chance zu geben, die Koffi hatte. Denn ein Buch, das schläft, lehrt niemanden. Ein Buch, das wandert, kann ein Leben verändern.
Betfrika Team

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Wirkung & Erfahrungsberichte

12. Mai 2024