Unser nächstes Magazin zeigt eine Vision Afrikas, gedacht von denen, die dort leben: Innovation, Bildung und kulturelle Rückaneignung.
Seit einiger Zeit kehrt eine Frage ständig zurück – manchmal im Vorbeigehen, manchmal mitten in einer echten Debatte. Welches Afrika wollen wir bauen, und vor allem: Wer bestimmt die Geschichte, die wir über die Zukunft des Kontinents erzählen?
Hinter den Kulissen bei Betfrika hat genau diese Frage eine einfache, aber starke Idee ausgelöst. Statt einen Text „über“ Afrika aus einem einzigen Blickwinkel zu schreiben, wollten wir eine Ausgabe vorbereiten, die von afrikanischen Stimmen selbst ausgeht und die Vielfalt der Perspektiven annimmt.
Unsere nächste Ausgabe des Betfrika-Magazins heißt Das Afrika, das Afrikaner:innen bauen wollen und wird wie eine Umfrage aufgebaut. Wir stellen ganz unterschiedlichen Profilen eine direkte Frage: Wenn Sie finanzielle und Entscheidungsmacht hätten, was würden Sie ändern, was würden Sie bauen, was würden Sie schützen und was würden Sie beenden?
Uns interessiert nicht „die“ perfekte Antwort. Wir wollen Unterschiede, Nuancen und manchmal Widersprüche sichtbar machen. Das Afrika, das sich ein junger Mensch vorstellt, ist nicht zwingend das eines Erwachsenen im Arbeitsleben, einer Mutter, eines Unternehmers oder eines Rentners, der mehrere Zyklen von Hoffnung und Enttäuschung erlebt hat. Genau diese Vielfalt macht die Reflexion nützlich.
Für diese Ausgabe erstellen wir einen einzigen Fragebogen, den alle im gleichen Rahmen beantworten, damit wir Prioritäten vergleichen können, ohne die Antworten zu verzerren. Ziel ist schlicht: herausarbeiten, was oft wiederkehrt, was trennt, was überrascht und was diese Unterschiede über Dringlichkeiten, Werte und Horizonte jeder Generation und jedes Lebenswegs sagen.
Wir rechnen schon mit starken Themen. Manche werden die Bildung betonen – Schulen, die Lust aufs Lernen machen, Zugang zu Büchern, praxisnahe Ausbildung, Vermittlung, die wirklich auf Kreativität, Arbeit und Denken vorbereitet. Andere sprechen über Wirtschaft, lokale Produktion, Jobs, solide Landwirtschaft, Verarbeitung vor Ort und Lieferketten, die ein würdiges Einkommen ermöglichen.
Weitere Antworten werden Richtung Governance, Gerechtigkeit, Transparenz und Vertrauen gehen. Wie lässt sich eine Zukunft bauen, wenn Regeln Bürger nicht schützen, Einsatz nicht belohnt wird und Korruption den kollektiven Schwung bricht? Diese Themen tauchen oft auf, weil sie alles andere bedingen.
Und dann ist da die Kultur – nicht als Dekor, sondern als Rückgrat. Sprachen, Erzählungen, Kunst, Erinnerung, Stolz, Rückaneignung: Elemente, die Zusammenhalt, Selbstvertrauen und eine gewählte statt kopierte Modernität geben, mit Anerkennung für Kreative, wie wir es in unserem Beitrag zum Künstlerstatus in Afrika beleuchten.
Das Magazin erscheint bald. Wir kündigen das Veröffentlichungsdatum und den Zugang zur Ausgabe bekannt, sobald alles bereit ist – auf unserer Website und in den sozialen Medien. Wenn Sie zuerst informiert werden möchten, abonnieren Sie unseren Newsletter. Sie erhalten die offizielle Ankündigung und einen Einblick ins Inhaltsverzeichnis, sobald wir öffnen.
Mit Das Afrika, das Afrikaner:innen bauen wollen wollen wir keine Lektion erteilen. Wir wollen ein ernstes, aber zugängliches Gespräch eröffnen. Ein Gespräch, in dem wir uns ohne Umschweife fragen, was wir wirklich tun würden, wenn wir die Macht hätten – und was wir schon jetzt zu tun bereit sind, auch ohne diese Macht.

Betfrika Team
Hinter den Kulissen
2. Jan. 2025





