Künstlerstatus in Afrika: Anerkennung und Legitimität verstehen

Künstlerstatus in Afrika: Anerkennung und Legitimität verstehen

Künstler ohne Vertrag oder soziale Absicherung? Dieser kurze Beitrag skizziert die Frage des Künstlerstatus in Afrika und verweist auf das komplette Dossier im Betfrika-Magazin.

Betfrika Team
4 Min. gelesen

Künstler ohne Vertrag oder soziale Absicherung? Dieser kurze Beitrag skizziert die Frage des Künstlerstatus in Afrika und verweist auf das komplette Dossier im Betfrika-Magazin.

Künstler sein in Afrika bedeutet nicht nur zu schaffen. Es heißt auch, um Anerkennung zu kämpfen, fair bezahlt zu werden, die eigenen Werke zu schützen und sich einen Platz in einer Gesellschaft zu erarbeiten, in der Kunst manchmal noch als Hobby statt als Beruf gilt. Viele Kreative arbeiten ohne festen Vertrag, ohne klaren Rahmen und mit einer Legitimität, die sie täglich neu beweisen müssen.

Dieser Artikel ist bewusst kurz. Er ist eine Einführung in unser Dossier im bereits erschienenen Betfrika-Magazin mit dem Titel „Künstler sein oder nicht in Afrika“. Im Magazin gehen wir weiter mit Erfahrungsberichten, realen Situationen und einer ausführlicheren Analyse. Hier setzen wir die Grundlagen und die wichtigsten Fragen.

Wenn wir vom „Künstlerstatus“ sprechen, vermischen wir oft drei Dimensionen, die nicht immer zusammenfallen. Erstens die Definition, also wer als Künstler gilt. Zweitens die soziale Anerkennung – wie Familie, Nachbarschaft, Institutionen oder der Markt diesen Beruf sehen. Drittens die juristische Anerkennung – Gesetze, Register, Verträge, Rechte und ein Mindestschutz.

Die soziale Anerkennung ist häufig die erste Barriere. Viele Künstler hören noch immer: „Das ist schön, aber kein richtiger Job.“ Dieser Satz hat direkte Folgen: Er schwächt das Selbstwertgefühl und rechtfertigt manchmal niedrige Gagen, unbezahlte Auftritte oder vage Kooperationen. Solange Kunst nicht als professioneller Sektor gilt, bleiben die Arbeitsbedingungen instabil.

Die rechtliche Anerkennung schreitet je nach Land unterschiedlich schnell voran. Wenn ein Staat einen Rahmen schafft, selbst einen unvollkommenen, kann das vieles verändern: den Beruf nachweisen, Zugang zu bestimmten Programmen erhalten, Verträge schließen, Rechte verteidigen und als wirtschaftlicher Akteur gelten. Wo dieser Rahmen fehlt, bleibt der Künstler oft in einer Grauzone, in der alles von Absprachen, Versprechen oder einzelnen Gelegenheiten abhängt.

In diesem Kontext wird „Legitimität aufbauen“ zu einem konkreten Prozess. Legitimität hängt nicht nur von einem offiziellen Stempel ab. Sie entsteht durch Belege für Professionalität: ein klares Portfolio, dokumentierte Werke, nachvollziehbare Auftritte, die Fähigkeit, ein Dossier vorzulegen, einen Preis zu nennen und Dinge schriftlich festzuhalten – auch ganz einfach. Oft ist das der Unterschied zwischen sichtbarer Leidenschaft und anerkanntem Beruf.

Auch die Kraft des Kollektivs zählt. Netzwerke, Kollektive und Kulturorte helfen, Bezugspunkte zu teilen, Chancen zu schaffen und in Gesprächen mit Institutionen und Partnern mehr Gewicht zu haben. Individuelle Legitimität wird stärker, wenn sie Teil einer kollektiven Dynamik ist.

Und dann gibt es das digitale Thema. Viele Künstler gewinnen online Sichtbarkeit, aber ohne Schutz- oder Monetarisierungsstrategie. Zu verstehen, was man abtritt, wenn man unterschreibt, was man erlaubt, wenn man veröffentlicht, und wie man bezahlt werden kann, gehört zur Professionalisierung. Ohne das kann man bekannt sein, aber nicht bezahlt.

Wenn Sie das Thema interessiert, finden Sie das komplette Dossier im bereits erschienenen Betfrika-Magazin „Künstler sein oder nicht in Afrika“. Dort erwarten Sie Erfahrungsberichte, konkrete Realitäten und Anhaltspunkte dafür, wie sich der Künstlerstatus je nach Kontext aufbaut, verteidigt oder blockiert wird.

Zum Lesen besuchen Sie die Ressourcenseite und laden die entsprechende Ausgabe herunter. Schließen Sie sich außerdem unserem internationalen Freiwilligenprogramm an, um gemeinsam mit Betfrika vor Ort zu handeln.

Betfrika Team

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Hinter den Kulissen

10. März 2024